3D-Scan in der Architektur

Nicht nur in der Denkmalpflege wird der 3D Scan eingesetzt und erweist sich als sehr nützlich und kostengünstig. Das Münster in Freiburg ist ein Kulturdenkmal, das eine scheinbar ewig währende Baustelle darstellt. Für solche Monumentalbauten kann der 3D-Druck und 3D-Scan genutzt werden. Die Denkmalpflege an Kirchen und anderen Gebäuden wird vorangetrieben.

Steinmetze und Restauratoren arbeiten bei Raum und Volumen mit 3D Scans

Steinmetze und Restauratoren arbeiten bei der Wiederherstellung von Gebäuden mit Raum und Volumen. Deswegen bedienen sie sich der 3D-Scans und 3D-Modelle aus dem 3D Drucker. Uwe Zäh ist Werkmeister bei der Münsterbauhütte, ein über 800 Jahre alter Steinmetzbetrieb, in dem Steinbildhauer und Steinmetze sich täglich mit dem Erhalt des Freiburger Münsters befassen. Mit den in 3D-gedruckten Planungsmodellen hat Uwe Zäh in der lokalen Presse für großes Interesse gesorgt.

Mit 3D-Druck die Restaurierung von komplexen Architekturbauteilen vorantreiben

Das Freiburger Münster ist ein der wenigen kirchlichen Bauwerke, die während der geplanten Bauzeit fertig gestellt wurden, nämlich 1530, nach genau drei Jahrhunderten. Ständig stoßen die Restauratoren auf neue Formen. In der Architektur des Münsters von Freiburg gibt es nur wenige Dinge doppelt. Gerade dieser architektonischen Vielfalt wegen braucht es den 3D-Druck. Damit können neue Bauteile rekonstruiert werden, denn einige Chorstrebepfeiler sind nicht mehr mit Fotos rekonstruierbar. Neue Strebe- und Kapellenpfeiler werden der bestehenden Architektur aufgesetzt. Sehr hilfreich ist hier der 3D-Scan.

Der 3D Drucker kann Architektur mit Forschung und Kunst verbinden

Paz Gutierrez, Architektin an der Berkeley Universität in Kalifornien, hat mit einem 3D-Drucker ein übergroßes Vogelnest von Webervögel geschaffen. Ziel von diesem Modell ist es, eine Verbindung zwischen Kunst, Architektur, Design und Natur zu schaffen und hilfreiche Erkenntnisse bei der Erforschung der Webervögel zu erzielen. Der 3D-Druck und 3D-Scan ist hierbei maßgeblich beteiligt.
Die Architektin hat den Forschungsschwerpunkt auf Natur und die multifunktionale Materialorganisation gelegt. Die Mischung von Moderne mit Tradition nach dem Vorbild der Natur, welche mit Hilfe der 3D-Drucktechnologie nachgeahmt wird, spiegelt sich in dem Modell wieder. Ein Jahr lang benötigten die Forscher, um das 20 Pfund wiegende Vogelnest im Weber-Stil nachzubilden.
Der Weber-Vogel baut eines der anspruchsvollsten Nester in der Vogelwelt. Es besitzt viele Besonderheiten sowohl in der Form als auch bei der Akustik, Isolation und Stärke. Mit insgesamt 400 Einzelteilen hat die Architektin diese Vielfalt nachgebildet. Dafür wurde der 3D-Scan von einem echten Webernest hergestellt. Nur damit konnten die Schleifen und die Netzkonstruktion des Nestes nachempfunden werden. Ein 3D-Drucker wurde mit den Daten gefüttert und die gedruckte Konstruktion mit Holzabfällen und Hanfgewebe ergänzt. Dabei wurde ein Roboterarm eingesetzt.

Nachhaltige Gebäudetechnologie und traditionelle Konstruktionen mit moderner Technik verbunden

Die Installation des Webervogelnestes verbindet die moderne mit nachhaltiger Gebäudetechnologie und mit der traditionellen Konstruktion. Damit werden auch der Forschung neue Wege geebnet. Mit den zugänglichen Fertigungsmethoden werden schneller, einfacher und kostengünstiger komplexe Zusammenhänge erstellt. Das Vogelnest kann zurzeit im botanischen Garten der Universität bewundert werden. Der 3D-Scan kann demnach sowohl in der Architektur als auch in der Forschung gute Dienste leisten. Zudem ist er kostengünstiger als herkömmliche Methoden.