3D Drucke in der Solarbranche

3D Drucke sind ein guter Weg in der Weiterentwicklung der bestehenden Produkte. Das hat auch die Branche der Solarenergie erkannt und setzt bei der Entwicklung von Prototypen immer öfter auf die Technik. Das Unternehmen Mobisol aus Berlin bringt beispielsweise Solarenergie in die privaten Haushalte von Afrika und Indien. Aufgrund des schwierigen Marktes ist ein gut durchdachtes Preismodell unverzichtbar. Die kostengünstigere Produktentwicklung unter Verwendung von 3D Drucken im Prototyping ist da ein wichtiges Mittel.

3D gedruckte Bäume zur Produktion von Solarstrom

Eine andere Anwendung entwickelten Forscher des finnischen VTT Technical Research Center. Anfang 2015 stellten sie einen vollständig gedruckten Baum vor, der Sonnenlicht in nutzbare Energie umwandeln soll. Das Druckmaterial basiert dabei auf Holz, wobei auch flexible Solarpanele Anwendung finden. Diese bilden die Blätter des Baumes und werden in einem speziell entwickelten Druckprozess hergestellt. Zusammen bilden sie ein elektronisches System, dessen produzierte Energie in einen Konverter eingespeist werden kann. Anschließend können mit der gespeicherten Energie, kleinere Geräte wie zum Beispiel LED Lampen oder auch Mobiltelefone aufgeladen werden.
Aufgrund seiner Größe und des Konzeptes ist der Solarbaum sowohl für Innen wie auch für außen geeignet. Verbindet man 200 Stück der Bäume, können sie zusammen 10,4 Watt produzieren – eine beachtliche Leistung, bedenkt man, dass die Solarzellen-Blätter gerade einmal 0,2 mm dick sind. Für ihre Produktion wurden Schichten von Elektroden und Polymeren verwendet, sodass sie recycelt werden können. Zudem reduziert das die Produktionskosten im Vergleich zu den sonst üblichen Siliziumzellen deutlich.

Solarauto aus dem 3D Drucker

Studenten der Technischen Universität in Singapur sind noch einen Schritt weitergegangen. Sie haben ein Konzeptcar entwickelt, welches mit Sonnenenergie angetrieben wird. Sowohl das Urban Concept Car NV 8 wie auch das Urban Concept Car NV 9 sind im 3D Drucker entstanden und funktionieren. Um eine möglichst hohe Stabilität der Karosserie zu erzielen, wurde diese im Design von Honigwaben umgesetzt. Da dank des 3D Drucks sehr konzentriert und genau gearbeitet werden konnte, war es möglich, Gewicht einzusparen und so einen größeren Innenraum zu erreichen.
Die Höchstgeschwindigkeit des NV 8 wird mit 60 km/h angegeben, ein Wert mit dem es am Shell Eco-Marathon Asia teilgenommen hat. Das NV 9 fährt im Vergleich zwar nur auf drei Rädern, ist dafür allerdings auch deutlich windschnittiger gebaut. Sein Design ist von Sportmotorrädern inspiriert und überzeugt durch Stabilität und Robustheit. Es erreicht ähnliche Geschwindigkeiten und trat ebenfalls beim Shell Marathon an. Letztlich gewonnen haben sie zwar nicht, aber die Umsetzung zeigt klar das Potential des 3D Drucks für die Automobilindustrie – nicht nur in der Anwendung bei Elektrofahrzeugen.